Gold, Silber und zwei Diplome – eine solche Ausbeute gab es noch nie für ein Mitglied des Schweizer Elitekaders an einer Ski-OL-WM. Bei der abschliessenden Sprintstaffel reichte es Eliane Deininger mit Nicola Müller zum vierten Platz, nur sieben Sekunden hinter dem Siegerteam.
Gerade die Resultate der Sprintstaffel zeigen eindeutig, dass Elianes Spitzenränge keine Selbstläufer waren. Während sich die Top-4-Nationen, also die drei skandinavischen Länder und die Schweiz, innert sieben Sekunden klassierten, liegt das erste Team ausserhalb dieser vier Länder schon fast vier Minuten zurück. Auch der Blick auf den Damen-Medaillenspiegel dieser WM bestätigt eindrücklich, dass Eliane zur absoluten Weltspitze gehört: Ulvensoen, Norwegen (2x Gold), Yli-Futka (Finnland) und Deininger (Gold und Silber), Olsson, Schweden (Silber, 3x Bronze).
Dass Eliane in diese nordische Phalanx einbrechen konnte, hat sie schon an der WM 2024 in Ramsau mehr als nur angedeutet. Damals holte sie ihre erste Elite-WM-Medaille (mit Nicola Müller Bronze in der Sprintstaffel) und in der Verfolgung gelang ihr «wohl der Lauf ihres Lebens», wie man im St.Galler Tagblatt lesen konnte. Nach grossem Rückstand aus dem Sprint lief sie mit Tagesbestzeit im Verfolgungsrennen noch auf den vierten Rang. Schon damals also eigentlich die inoffizielle Weltmeisterin über die Langdistanz. Ob dies das Schlüsselereignis war und das nötige Selbstvertrauen gab, um es an der diesjährigen WM auf den Punkt zu bringen? Jedenfalls hat Eliane ihr formuliertes Ziel weit übertroffen: «Mit dem Motto „Big in Japan“ starte ich topmotiviert in die WM-Saison. In Japan möchte ich meine Leistungen von der WM in Ramsau 2024 bestätigen.» Übrigens hat Eliane auch ihr an zweiter Stelle genanntes Ziel, im Winter das Masterstudium abzuschliessen, mit „summa cum laude“ im Stil einer Spitzensportlerin erreicht.
Wir sind stolz auf dich, Eliane. Eben erst hast du für die OLG die Clubmeisterschaft organisiert unter mit dem Motto «retro». Nun warst du alles andere als «retro» unterwegs. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen, spätestens bei einem deiner uneigennützigen Helfereinsätze, z.B. beim Rheintaler OL-Weekend am 18./19. April 2026. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings bei aller Freude über deine Erfolge. Für die restlichen OLGler wird es wohl ein Ding der Unmöglichkeit, dir den Titel «OLG-Sportlerin des Jahres 2026» noch abluchsen zu können.