Nach Silber im Sprint gewinnt Mario Ammann heute Mittwoch an seinem 70. Geburtstag die Bronzemedaille über die Mitteldistanz an der Senioren-WM in Polen. Die OLG gratuliert ganz herzlich.

Die Entscheidung im Mitteldistanz-OL fiel in 2 Etappen. Nach den beiden Sprint-Wettkämpfen fand am Dienstag die „Wald-Qualifikation“ als verkürzter Langdistanz-OL statt. Wie bereits beim Sprint wurde die Anzahl Teilnehmemde pro Kategorie durch 80 geteilt, um die Zahl der erforderlichen „Heats“ zu ermitteln. Denn aus praktischen Gründen sind die Startfelder – das gilt dann auch für die Finalläufe – nur dann grösser als 80, wenn dieser Wert nicht durch die Anzahl der Qualifelder teilbar ist. Je mehr Qualifelder, umso höher wird die Hürde, sich für das A-Finale als begehrtes Ziel zu qualifizieren. Am Finallauf können alle teilnehmen. Aber je nach Grösse der Kategorie im B-, C- oder sogar D-Final usw. Wer bei der Qualifikation nicht gewertet werden kann, startet später automatisch im „letzten“ Finalfeld.
Die Qualifikation für das zweite „Medaillenrennen“, über die Mitteldistanz, schafften Monika Ammann (D65) als Vierte und Mario Ammann (H70) als Siebter je in ihrem Heat problemlos. Bei Rolf Wüstenhagen (H55) wurde es hingegen eher eng. Er belegte Rang 23 bei einem Soll von 27. Seine Zeitreserve betrug weniger als 2 Minuten. Das Laufgebiet war sehr flach und mit grösseren Flächen ohne Details. In diesen Partien konnte man glauben, an einem Höhenkurven-OL zu starten, sofern es überhaupt Höhenkurven hatte und man einen Höhenunterschied wahrnehmen konnte. Das ist selbst für kompass-gewohnte Nordländer speziell. Darum kamen auch viele von ihnen nicht fehlerfrei über die Runde. Die gute Platzierung von Monika weckte Hoffnung auf eine positive Überraschung am Finaltag. Mario machte zeitraubende Fehler, die er mit einer starken läuferischen Leistung teilweise „ausbügeln“ konnte. Mit einem guten Lauf könnte er es weit nach vorne schaffen.
Rolf Wüstenhagen konnte sich beim Mitteldistanzfinallauf mit Rang 57 von 81 Gestarteten etwas verbessern.
Er lief ziemlich konstant, musste keine übergrossen Ausrutscher beklagen, fiel aber auch nicht durch Zwischenspurts auf. Sein Kommentar: „Über weite Strecken war ich gut unterwegs. Im Schlussteil der Bahn lief der Kartenaufnehmer dann zu Hochform auf, was die Kombination aller in der IOF-Norm vorgesehenen Vegetationssymbole auf engstem Raum anbelangt. Was auf der Karte nach deutlichen Vegetationsgrenzen aussah, entpuppte sich in der Realität als eine Art diffus verwilderte Baumschule – und bei Posten 16 stand ich dann buchstäblich in der Botanik.»
Einen deutlichen Dämpfer gab es dafür gleich bei Posten eins für Monika. Sie verlor dort vier Minuten und wurde von der späteren Siegerin eingeholt. Die beiden liefen die nachfolgenden sechs Posten als Schnellzug zusammen, bevor Monika sie im unübersichtlichen Gebiet aus den Augen verlor und dann prompt noch fast drei weitere Minuten einbüsste. Rang 14 ist insofern eine Enttäuschung, als Monika nicht an den Vortag anknüpfen konnte.
Mario hatte bei der Qualifikation eine bessere Rangierung durch einen „Ausflug“ in die falsche Richtung verpasst. Das wollte er nicht wiederholen. Fast hätte er es geschafft. Nach einem bewusst verhaltenen Start kam er richtig gut in Fahrt, liess sich dann aber zu Posten neun links abdrängen und verlor über 90 Sekunden. Nachher lief es wieder rund. Er kam mit zweitbester Zeit ins Ziel. Es fehlten aber noch 26 gleich oder besser Klassierte des Vortages. Am Ende war nur noch einer schneller und gewann. Die Fehlerquote war bei einigen erstaunlich hoch. Andererseits konnte Mario auch beim Finallauf mit seinem Laufvermögen punkten. Die Bronzemedaille ist die zweite WM-Auszeichnung im Wald. Bereits 2021 war er im Mitteldistanz-OL erfolgreich. Er war damals in Ungarn – nebst Sprint-Weltmeister – auch Vizeweltmeister in dieser Disziplin geworden.
Die Senioren-WM endet am Freitag mit dem Langdistanz-OL. Auf die „Masters“ wartet eine physisch anforderungsreiche Aufgabe. Das Training am Donnerstag in einem relevanten Gebiet soll unter anderem auch aufzeigen, wie grün und/oder dicht die Vegetation ist. Gestartet wird in umgekehrter Reihenfolge der Rangierung vom Mitteldistanz-Wettkampf. Alle drei Vereinsmitglieder können wieder im A-Feld starten, also um die Medaillen laufen.